Und sie entsann sich, wie ihm jene glänzende Medaille angesteckt ward (— und das war auf der Siegesfeier des „Freideutschen Stemmklubs von 1893“ —) und sie ihm der Schiller, der Oberbaurat Schiller, höchst eigenhändig auf die Brust heftete. Und alles schrie „Hoch!“ und laut „Hurra!“
Und die Musik blies furchtbar. Und Kony, vor Freude ganz rot, aufgedrehten, glänzenden Schnurrbarts, kam an ihren Tisch, setzte sich zu ihr und er tätschelte ihr (— die Medaille auf der Brust! —) auf den Hintern.
Und sie lächelte. Ihr Spitz hieß Kony.
Der schnupperte.
Beim „General Finkenkeller“ aber stand stramm, hochaufgerichtet ein Soldat, ein Riesenkerl. Der stieß den langen Schleppsäbel immer eigensinnig klirrend auf das Pflaster. Er sang dazu und kommandierte laut. Plötzlich war er an Beatens Seite, hatte den Arm um sie gelegt, der kalt war und eisern, wie eine Klammer. Und Kony, der Spitz, lief ganz unbeirrt den beiden wie ein Licht voran, doch immer, wenn der Säbel klirrend ins Pflaster fuhr, ruckte er aufgeschreckt, mechanisch vor.
Es war ein Dragoner.
Und beim „Zu unserem lieben Kronprinz“ standen sie,
Wally und Mizzl, zum drittenmal, und um sie herum ein Haufen Lärm-Infanteristen, betrunken. Und sie stiegen daher, Arm in Arm, die Beate heiß, unermüdlich, prustend, gereckt, der Dragoner enorm, ganz gelb, eine ungeheuere Zigarre mitten ins Gesicht gesteckt, glänzenden, aufgedrehten Schnurrbarts, von Rauchwolken umhüllt. Und Wally: „Nacht, Beate . . .“
Doch die Mizzl: „Nacht, Frau Major . . .“
Und die Beate ganz glücklich bei sich: „So ghört sichs.“