Sie bat: „Geh, Schatz, leg deinen Helm ab!“ Und sie dachte plötzlich wieder heiß an Kony, ihren Athleten. Der wollte sie einmal erstechen. Im Rausch . . . Und sie flüsterte selig, emporschauend: „Kony!“ . . . Und da hing er an der Wand, ein photographisches Brustbild mit Medaille und Eichenkranz, die Arme nach hinten verschränkt, aufgedrehten Schnurrbarts, von Postkarten, Fächern, Tanzschleifen umgeben: Kony.
Da knurrte der Spitz.
Und da erinnerte sich die Beate: auch der ist also noch da.
Und stand hilflos zwischen dem gelben Dragoner, dem Spitz und dem photographischen Brustbild.
Und sie steckte dem gelben Dragoner eine Blume ins Knopfloch, wie es damals Schiller, der Oberbaurat Schiller, getan, und band ihm eine grüne Samtschleife um den Kopf und drückte sie ihm sorgfältig zurecht, wie seinerzeit der Huber, der Gerichtssekretär Huber auf dem Fest der „Stämmigen Brüder“. Da der Dragoner wehrte, bat sie. Und endlich, unsinnig lachend: „Nun kannst du dich wieder besaufen, Kony . . .“ Ja! Hatte er nicht eine glänzende Medaille im Knopfloch, schmückte sein Haupt nicht ein Eichenkranz, ganz grün?! . . . Und er kam an den Tisch, setzte sich zu ihr und tätschelte ihr auf den Hintern. Und irgendwer schrie: „Hoch!“ und laut „Hurra!“ Und eine Musik blies irgendwo furchtbar.
Und die Beate (das war ja zu närrisch!) —: sie lachte unsinnig.
Sie brachte Bier in Flaschen. Das trank er.
Aber sein Aussehen änderte sich, denn als er aus dem Schatten nach vorn plötzlich unter das Licht trat, sah sie, er war blau, blau sein Gesicht, ganz blau. Doch als er wieder sich schwankend nach rückwärts verzog, sah sie: er war grün, grün sein Gesicht, ganz grün. Doch als er bald darauf wieder rülpsend hervorkam, sah sie, er war wieder gelb geworden, ja wieder ganz gelb. Sein Gesicht, die Hände rot, und der aufgedrehte Schnurrbart glänzte.
Auch sang er wieder und kommandierte laut. „Ich hab es mir ja gleich gedacht, daß du schon wieder besoffen bist . . .“
Kony knurrte.