Da drehte sich der Kleine um. Weiße Weste mit Goldkette, rinnend über Kugelbauch. Man sah —: der trug einen Ordensstern auf der linken Brustseite. „Vielleicht ist das der berühmte Komponist Richard Wagner selber“, überfuhr es Marterer plötzlich. Da streichelte sie dem Kleinen die Wursthand, flüsternd: „Wie schön, Dickerl!“
Und er: „Wahrhaft erhebend, Erna!“
Da wandte auch sie sich um. Ihr Blick brach in ihn. Ein Vorhang rauschte. Schlug ihm Kopf ab. Prasselten: Regen, Schwerter, Hufe, Peitschenhiebe. Er war aufgestanden, aber wieder setzte er sich, gebückt, nein, halb nur . . . tastete vor sich hin . . . suchte . . . (heller, als ob er schon fände) . . . an sich hinunter . . . etwas . . . beschaute sich: „Weiße Weste? Goldkette? Kugelbauch? Ordensstern? . . .“
Hans Marterer vergaß weißes Rauschkleid, Kaiserjubiläum, Große Oper. Er schrie: „Ich will das Leben haben!“
Er zerrte, er stieß alles von sich. Er irrte. Traf wo eine. Die nahm ihn mit. Geknister über ihm, nahm zwei Stufen auf einmal. Oben.
Fragte den Namen. Weshalb? Kenne ihn. Erna. Weißes Rauschkleid, Kaiserjubiläum, Große Oper. Ihm schwindelte. Ob man ihn für Narren halte? Sie beteuerte. Er packte sie: „Weg! Weg!“
Und aufschreiend: „Ich will das Leben haben!“
Sie hakte sich in ihn.
Er schlug ihr ins Gesicht.
Sie wehrte ihm nicht. Sank nur hin, ermattet aufs Bett. Er schlug sie wieder. Diesmal mit dem Handrücken. Sie wehrte ihm nicht. Dann wieder mit der Handfläche. Aber ein jedesmal schob sich die Schlagfläche rasch vor, durchschnitt ihn . . . Sie wimmerte. Er schlug sie von oben herab, mechanisch, zählte leis, zuerst die Nase, bis Blut sprang, hart über die Stirn.