Vor dem Schulhaus stand Besenmüller, und auf den trat Fritze zu und erzählte das Geschehene. Er sparte Worte, aber er sagte alles. »Lieber Himmel,« rief Besenmüller, »der alte Klöppel liegt auf der Straße, den müssen wir reinholen.«

Vater Hiller kam dazu, und noch einmal erstattete Fritze Bericht. »Ich muß nu weiter,« sagte er, »ich muß noch nach Ringelheim.«

»Es mag jemand hinfahren,« meinte Vater Hiller, aber Fritze entgegnete ernsthaft: »Nä, ich hab’s versprochen, die Tasche niemand zu geben.«

Der alte Lehrer spürte aus des Jungen kargen Worten die große Bürde heraus, die auf dessen Schultern lag, er sah aber auch, da war Wille und Kraft, die übernommene Aufgabe zu vollenden, und er sagte ruhig: »So geh! Wir wollen rasch dafür sorgen, daß Klöppel ins Dorf gebracht wird.«

Schwetzers Fritze ging weiter, von Haus zu Haus. Überall mußte er sagen, was geschehen war, und immer sagte er gleich dazu: »Ich muß aber gehen.« Ins Pfarrhaus kam er, da rief er aber schon von weitem: »Fräulein Regine, der Brief ist da, der Herr Lehrer hat selbst geschrieben.«

»Er lebt!« jubelte Fräulein Regine, und dann lief sie fort, lief nach dem Schulhaus hin und hörte nicht einmal darauf, was ihr Freund Fritz noch zu sagen hatte. Fritze ärgerte sich nicht darum, er fand es selbstverständlich, und dann – er mußte ja auch weiter, die Briefe austragen und nach Ringelheim wandern.

Er kam auch in sein Elternhaus, und seine Mutter eilte ihm ängstlich entgegen. »Fritze, wo bleibst du?«

Der Bube gab Antwort, auch hier so knapp und kurz wie überall. Doch seine Mutter war nicht damit zufrieden, die meinte: »Erst mußte zu Mittag essen, und die Briefe, die kann unsere Emma nach Ringelheim tragen.«

»Nä,« sagte Fritze, »ich hab’s versprochen.«

»Aber essen mußte, dein Mittag steht warm.«