»Ich geh’ mit, und Ihr Zimmer ist schon fertig, Herr Lehrer.«

So schwatzte Frau Besenmüller, des Kirchen- und Schuldieners Frau, unablässig weiter und führte den jungen Lehrer nach Steinach hinein. Der brauchte nichts zu fragen und zu sagen, Frau Besenmüller erzählte ihm alles, wie ein Mühlwerk ging ihre Rede, und dabei konnte ihr Begleiter nie sehen, weinte sie oder lachte sie, weil nämlich ihr Gesicht ganz merkwürdig schief war. Seltsame Leute und seltsame Sitten scheint es hier in Steinach zu geben, dachte der junge Lehrer, als sie das Dorf erreichten. Ob ich hier wohl lange bleiben werde? Sicherlich nicht!

»Nä, so was,« rief da Frau Besenmüller, »Webersch Wagen is umgepurzelt, nä aber!«

Quer über die Straße lag ein umgestürzter Düngerwagen und versperrte den Zugang. Der Duft, der von ihm ausging, war nicht lieblich, und Heinrich Fries schickte sich seufzend an, in einem weiten Bogen herumzugehen, und so langte er endlich verdrießlich vor dem Schulhause an.

Drittes Kapitel
Der Empfang

Eine Ratssitzung auf dem Schelmenacker – Malchen gibt ein rotes Band, und Fritze Schwetzer zeigt, wie gut er werfen kann – Besenmüller nennt seine Frau Lydia, und Heinrich Fries lauscht dem Abendgesang

»Da sin mer also!«

Frau Besenmüller blieb vor einem großen, stattlichen, gelbgetünchten Hause stehen, und der junge Lehrer sah verwundert daran empor. Das sollte ein Dorfschulhaus sein?