»Miauau, raurau, miau!« schrie es jämmerlich, und Kinder und Lehrer sahen sich an und im Zimmer herum.

»Vielleicht im Schrank,« sagte Heinrich Fries, der daran dachte, daß auch in der Stadt mitunter eine Maus auf seltsame Weise in den Schulschrank geriet. Vater Hiller sah prüfend die Kinder an. Offen, zutraulich, sehr erstaunt waren aller Augen zu ihm aufgeschlagen, er sah es gleich, keins hatte ein schlechtes Gewissen. Er trat aber doch an den Schrank und schloß ihn auf. Keine Katze war darin.

»Miauau, raurau, miau!« quäkte es wieder, und ein paar Stimmen zugleich schrieen: »Im Pulte ist das!«

»Ach Unsinn!« Der alte Lehrer klappte das Pult auf, keine Katze war zu sehen. »Es wird vor der Türe sein. Also aufgepaßt, wir fangen an!«

»Miauau, raurau, miauau!« Noch kläglicher klang’s, und Heinrich Fries sah sich verdutzt um, das kam doch von unten herauf.

Aller Augen starrten zu dem neuen Lehrer hin, das klang ja gerade, als käme das Miauzen von dessen Platz.

Vater Hiller schritt zur Türe, öffnete sie, sah hinaus, – nirgends war eine Katze zu sehen, und auf einmal war alles still. War es doch ein dummer Bubenspaß, das Gemauze?

»Miauau!« quäkte es drinnen immer jämmerlicher. Er hörte es nun genau, es kam aus dem Zimmer. »Frau Besenmüller, Frau Besenmüller!« rief er laut. »Kommen Sie einmal her, hier schreit eine Katze irgendwo.«

Frau Besenmüller kam mit unheimlicher Eile angelaufen, und noch an der Türe rief sie atemlos: »Das ist sicher so ’n dummer Bube, der das macht. Webers Arne kann gut mauzen.«

»Ich mauze nicht!« Arne kreischte ordentlich vor Entrüstung, und gleich riefen ein paar Stimmen: »Nä, Arne war’s nicht!«