»Na ja, von Besenmüllern!« Urne stopfte schnell sein letztes Stück in den Mund, Fritze war schon fertig. Das war sicherer.

»Haste denn das wirklich gedacht mit ’m Strick?« forschte Jackenknöpfle eifrig, während die andern maulten: »Wir hab’n keinen Kuchen gekriegt!«

»Hm, na ja!« Schwetzers Fritze nickte strahlend. Ihm gefiel der neue Lehrer sehr gut. Bei dem brauchte er sich gewiß nicht mit Reden anzustrengen, der las einem ja die Gedanken an der Nasenspitze ab. »Hurra!« schrie er plötzlich und machte einen Luftsprung.

»Hurra!« schrieen die andern und taten es ihm nach. Und dann trabten sie alle vergnügt dem Walde zu. Es war ja Samstag, und die Sonne stand noch am Himmel, da konnten noch immer die allerschönsten Spiele gespielt werden.

»Hurra, hurra!«

Der junge Lehrer Heinrich Fries hörte das Freudenrufen oben auf dem Burgberg. Lächelnd schaute er ins Tal und dachte: »Wirklich, es scheint so, die Schelme von Steinach leben noch immer!«

Sechstes Kapitel
Die Mutter kommt

Die Steinacher Frauen haben Angst, Vater Hiller könnte Not leiden – Dem jungen Lehrer verderben die Novembertage die Laune, und Fritze Schwetzer erfährt, was alles bei einem Schweineschlachten herauskommen kann – Eine Maus zieht aus dem Schulhaus aus und wird eine Kirchenmaus und sieht gleich am ersten Sonntag etwas, das ihr und andern Leuten gut gefällt

Tal und Höhen lagen noch im grauen Morgennebel, als Vater Hiller Steinach verließ. Dem alten Mann war das Herz schwer, als er zum letzten Mal die Schwelle des lieben, schönen Schulhauses überschritt. Wie er aber so hinaustrat, grüßte ihn draußen ein lautes Singen: alle seine Schulkinder standen da, bereit, ihn zum Bahnhof zu begleiten. Die Brummer sangen auch diesmal mit, sie ließen sich nicht den Mund verbieten, und wunderlich, dem alten Lehrer klang es hold und lieblich in die Ohren. Er, der sonst so fein gehört hatte, vernahm diesmal kein einziges falsches Tönlein.