Im Hüttlein schlecht, im reichen Haus

Teilt es die Liebesgaben aus.

Drum gibt’s nichts Schönres auf der Welt,

Als wenn das Christkind Einzug hält.«

»Und nun geht’s heim!« Frau Fries sagte es, als das Lied verklungen war. Ein paar Minuten später liefen die Kinder jauchzend die Dorfstraße entlang, und Frau Besenmüller räumte auf. Sie brummte dabei nicht wie sonst, sondern sagte vergnügt: »Scheene war’s, sehr scheene!«

Achtes Kapitel
Geburtstagsveilchen

Warum die Schulglocke einer entthronten Königin gleicht und Frau Besenmüller nicht mehr Reisig zu holen braucht – Die Zeit läuft, auf dem Schafskopf blühen die Veilchen, und Besenmüller, der kein Gespenst ist, erzählt eine Geschichte, die erst im nächsten Kapitel steht

Über der Adventsfeier hatten die Kinder alle miteinander die Schulklingel im Holzstall vergessen. Nur Schwetzers Fritze dachte daran. Wenn nun Frau Besenmüller die Klingel nicht fand! Dann würde sie schelten und schreien, und der Herr Lehrer würde es hören und die alte Frau Lehrerin, und sie würden böse werden. Nein, das durfte nicht sein. Zwischen Abendessen und Zubettgehen schlich sich Fritze noch einmal zum Schulhaus hin. Vielleicht fand er einen Kameraden, der ihm half. Aber es war kein Bube weit und breit zu sehen, dafür kam jemand anders, als Fritze gerade am Holzstall anlangte: der Herr Lehrer selbst. Fritze erschrak heftig und blieb wie erstarrt stehen.

»Na du, was tust du denn hier?« Heinrich Fries sah erstaunt drein. »Warum bist du denn noch nicht daheim?«