Na, und nun ritten sie.
»Heiliger Severinus,« seufzte Berthold, »mein Herr hat ein neues Loch in der Hose, wie soll das enden!«
Den Herrn Arnulf aber bekümmerte der neue Schaden kein bißchen. Der erzählte, ein grünes Sammetwams sei in dem Ballen, ein rotes aus Brabanter Tuch, eins, das sei braun wie die Eichenblätter im Herbst, und alles sei gar köstlich gestickt und verziert.
So ritten sie. Und wie sie eine Stunde etwa geritten sind, da jackert ihnen auf einem mageren Pferd ein Bursche nach. Der verneigt sich vor Herrn Arnulf und ruft: »Die gnädige Frau Mechthild schickt Euch dieses Amulett, möchtet es immer tragen, es soll Euch wohl schützen.«
Sagt Herr Arnulf: »Das war wohlgetan.«
Sagt der Graf von Gehlingsberg: »Was soll die Narretei?«
Sagt Herr Arnulf: »Das ist ein gutes Ding. Schlimm, schlimm, wenn Euch Eure liebe Frau nicht auch ein Amulettlein gab!«
Das ärgerte nun den Grafen gewaltig. Er sagte grollend: »Ich lasse es noch holen.« Sagt Herr Arnulf: »Tut das, viellieber Freund. Im Kloster zu St. Kilian da warten wir auf den Boten.«
Sagt der Graf: »Der Kunz soll reiten.«
Sagt Herr Arnulf: »Eure Frau wird Euch gewiß ein gar köstlich wertvolles Amulettlein senden, laßt zweie reiten, das ist sicherer, oder dreie.«