Zwei Nächte und einen Tag schlief der Graf von Gehlingsberg, dann wachte er auf. Er brummte: »So einen unruhigen Schlaf habe ich lange nicht getan; nun bin ich schon dreimal aufgewacht, und immer ist’s noch Nacht.« Er seufzte schwer, und auf einmal fing ihm sein Magen zu knurren an. Rrrrrrrrrrrrrruh ging es.

Schrie der Graf von Gehlingsberg: »Ich bin krank, ich bin krank. Oh, wie tut mir das im Magen weh!«

Die Mönche hörten das mächtige Schreien und liefen angstvoll herbei. Taten die Türe auf, und das helle Sonnenlicht strömte in das fensterlose Kämmerlein.

Riefen die Mönche: »Ei, Herr, was habt Ihr für einen guten Schlaf getan! Sechsunddreißig Stunden pflegtet Ihr der Ruhe.«

Schrie der Graf: »Was schwätzt ihr da, sechsunddreißig Stunden hätte ich geschlafen? Wirklich, sechsunddreißig Stunden?« Ja ja, das fragte er.

Seufzte der Damian: »Man kann sich auch niemals im Leben ordentlich ausschlafen.«

Rief der Graf: »Oho, nun weiß ich’s, woher mir das Grimmen im Magen kommt, ich habe Hunger!«

»Ich auch, ich auch!« stöhnte Damian, der wurde da ganz munter. Der Bruder Küchenmeister aber lief eilig, um ein gutes Mahl zu rüsten. Der Graf von Gehlingsberg ließ sich das Frühstück wohl schmecken, und erst als er satt war, fragte er nach seinem Reisegenossen. Der sei schon lange fort, hieß es, aber des Grafen Reisegut liege wohlverwahrt in des Klosters Schatzkammer.

Sagte der Graf nachdenklich: »Ei, dann ist auch Zeit, wenn ich morgen mit dem Frühesten reite. Will mich noch einmal ordentlich ausruhen für den langen Ritt.«

Rief Damian: »Das ist wohlgetan. Ich spüre das erste Reiten noch in allen Knochen. Umfallen könnte ich vor Müdigkeit.«