Also blieben der Graf und die Knappen noch den Tag und die nächste Nacht im Kloster und ließen es sich wohl sein.
Seufzte der Bruder Küchenmeister: »O weh, sie essen alle meine Vorräte auf!«
Klagte der Bruder Kellermeister: »O weh, mein schöner Wein, sie trinken ihn allen aus!«
Am nächsten Morgen entstand ein lautes Geschrei, denn da merkte der Graf von Gehlingsberg den Tausch des Schelmen von Steinach. Frau Mechthild hatte ihre allerältesten Betten zur Reise hergegeben, und soviel der Graf, seine Knappen und die Mönche auch suchten, die köstlichen Gewänder, von denen der Schelm von Steinach erzählt hatte, die waren nicht zu finden. Der Graf wurde fuchsteufelswild, und selbst Damian vergaß vor Zorn seine Schläfrigkeit. Sie setzten sich auf ihre Pferde und ritten eilfertig davon, um nur rasch an des Kaisers Hof zu kommen und dem Schelmen seinen Raub wieder abzujagen. –
Herr Arnulf war unterdessen einen andern Weg geritten. Als das Kloster St. Kilian hinter ihnen lag, sagte er zu Berthold, seinem Burgwart: »Wie rede ich mich aus, wenn nun der Herr von Gehlingsberg auch an des Kaisers Hof kommt?«
Sagte Berthold: »Reitet nicht an des Kaisers Hof.«
Zürnte Herr Arnulf: »Was soll der dumme Rat?«
Sagte Berthold: »Ein Kaiser ist freilich ein Kaiser, aber ein Herzog ist auch ein hoher Herr. Reitet an eines Herzogs Hof.«
Sagte Herr Arnulf: »Das Wort läßt sich hören.«
Sagte Berthold: »An des bayrischen Herzogs Hof wird’s Euch wohlgehen.«