Sagte Herr Arnulf: »Das gilt. Kurzweil und ritterliche Spiele gibt’s dort auch. Des Herzogs Sohn soll Hochzeit halten, da wird es gut sein. Also reiten wir.« Ja ja, so sagte er.

Nun ritten sie und kamen auch an den Hof des Herzogs von Bayern. Dort war ein lustiges Leben, und der Schelm von Steinach, der stattlich in des Grafen von Gehlingsberg Kleidern einherging, wurde wohl aufgenommen. Er gewann güldene Preise im ritterlichen Spiel, und weil der Herzog um der Hochzeit willen seine Gäste freihielt, brauchte der Schelm keinen Batzen und kein Hellerlein auszugeben. Auch ein reiches Gastgeschenk erhielt er noch. Die güldenen Preise verkaufte er, und so zog er mit wohlgefülltem Säcklein nach etlichen Wochen von dannen. Ja ja, so war’s.

Inzwischen war der Graf von Gehlingsberg an des Kaisers Hof gewesen, hatte dort den Schelm nicht gefunden und hatte dort viel Spott und Neckerei erfahren. Es glaubte ihm niemand sein Märlein, und weil er auch ein einfältiger Herr war, meinten alle, sie hätten einen Narren vor sich. Der Graf vertat sein Geld und gewann nicht Ehre und nicht Freunde, und mißmutig kehrte er nach etlichen Wochen heim. Im Kloster zu St. Kilian gedachte er seine letzte Rast zu halten, und der Zufall führte am nächsten Morgen den Schelmen vor das Kloster. Als dies der Schelm hörte, ritt er eiligst von dannen, und an der Stelle, an der er einst den Grafen getroffen hatte, sagte er zu Berthold, seinem Burgwart: »Nun reite geschwind nach Gehlingsberg, bringe der Frau Gräfin ihres Mannes Reisetruhen und dieses goldene Ringlein als Reisegeschenk. Sag’ ihr, mit hohen Ehren sei ihr Mann an des Kaisers Hof empfangen worden, und er sei nun schon auf dem Heimweg, sie möge ihn wohl empfangen.«

Sagte Berthold: »Das will ich recht ausrichten.« Er ritt mit den Knappen nach Gehlingsberg, während der Schelm heimwärts ritt im neuen Wams, sein gutgefülltes Beutelchen in der Tasche.

Als er am Tor anlangte, lief Frau Mechthild ihm entgegen und klagte: »O du armer Mann, ohne deine Knechte kehrst du heim! Dir mag es übel ergangen sein.« Ja ja, so klagte sie.

Rief Herr Arnulf: »Schau her!« Er wies ihr das neue Wams, das Geld und eine feine Gürtelschnalle.

Lachte Frau Mechthild: »Ich sehe schon, die Schelme verderben nimmer.«

Mißmutig kehrte der Graf zu seiner Burg zurück. Doch dort empfingen ihn alle festlich geschmückt, und seine Frau Gräfin rief: »Willkommen, edler Held!« Sie dankte ihm gar herzlich für das güldene Geschenk.

Sagte der Graf brummig: »Was soll das Geschrei?«

Schrie Damian: »Herr, da stehen unsere Truhen.«