Traugotts Hanne ging just vorbei, und Frau Besenmüller rief ihr zu: »Hanne, wieviel Strümpe hängen hier?«
Hanne zählte stöhnend. »Hundertachtzehn!« rief sie.
»Hundertdreißig,« schrie Fritze.
»Hundertvierunddreißig,« zeterte Besenmüller.
»Hundertdreiundfünfzig.« Hinzpeters Malchen war dazugekommen; sie hatte auch gezählt.
»Hundertdreißig,« rief nun auch Besenmüller, »Fritze hat recht.«
»Hundertvierunddreißig!« Frau Lydia wurde rot wie ein Krebs vor Ärger. »Unsere alte Frau Lehrerin hat sie vorhin gezählt, und die kann’s.«
Zur rechten Zeit, so fanden alle, kehrte Frau Fries heim. Die zählte noch einmal und noch einmal, es waren und blieben aber wirklich nur hundertunddreißig Strümpfe, vier fehlten, denn auch Frau Fries sagte es, vorhin wären es so viel gewesen.
»Die sind weggeflogen,« sagte Hanne und sah sich rundum.
»Da müßte der Wind gerade in deinem Korbe stecken,« spottete Besenmüller. Es wehte wirklich kein Lüftchen. Der Tag war warm und schön, er hätte ein Sommertag sein können, kaum war der Herbst zu spüren.