Ja, das mochte wohl sein, geschlafen hatten sie viel, auf Stroh und Decken, die im Wagen gelegen hatten.
Was sie gegessen hätten, wollten die Mütter wissen.
Das war eine peinliche Frage, denn Mütter lieben es nie sehr, wenn Kinder sich in die Vorratskammer schleichen. Arne half sich, er schrie: »Wir haben Hindenburg gesehen!«
»Prahlhans!« Schwapp hatte er einen tüchtigen Katzenkopf weg. Sein Vater sah ihn zürnend an. »Geflunkert wird nicht!«
»Vielleicht war er’s doch,« stammelte Jackenknöpfle. Recht kleinlaut erzählte er das letzte Erlebnis. »Ihr Dösköppe,« brummte Bauer Weber, »ein Hindenburg hat was anderes zu tun als mit zwei Ausreißern zu reden.«
Der Pfarrer nickte ernst. »Der reist nicht im Lande herum, im Osten hält er Wacht. Gott sei Dank, der uns solchen Wächter gab!«
Da war es nun nichts mit dem Sturm in das Dorf hinein, und doch kamen sie mit Jubel an. Denn kaum waren sie wenige Schritte von dem Bahnhöfchen entfernt, als der Vorsteher ihnen eiligst nachgelaufen kam. »Sie haben Antwerpen, Herr Pfarrer, Antwerpen ist unser, eben wird’s gemeldet.«
Antwerpen erobert! Da vergaßen die Männer die Strafrede, und die Mütter hatten sie ohnehin schon vergessen in der Freude, ihre unnützen Buben heil wiederzuhaben.
Froh ging’s ins Dorf hinein. Nun konnten die Glocken rufen und die Fahnen wehen: »Sieg, Sieg, Sieg!«
Arne und Jackenknöpfle marschierten einher, als wären sie wirklich draußen gewesen, als hätten sie geholfen Antwerpen erobern. Sie hoben stolz die Nasen, und ein Weilchen fühlten sie sich beinahe als Helden, weil alle sie anstaunten. Aber nur ein Weilchen hielt der Stolz an, dann kam die Vergeltung für begangene Missetaten. Einem Racheengel gleich schoß Frau Besenmüller aus der Türe mit dem Rufe: »Meine Strümpe her! Wo habt ihr meine Strümpe?«