Johannes aber hatte eine große Bitte auf dem Herzen und sprach: Ich getraue mich kaum es zu sagen, wenn Ihr es nicht wäret — unser lieber Herr Paschalis, der an uns schon so viel gethan. Darum habe ich auch jetzt mein Vertrauen auf Euch gesetzt, und bitte Euch: nehmet unsere Kinder mit! Nach der Stadt ins Sichere! Wir sind gewarnt auf Zeitlebens! Und hat der Großvater aus zu großem Vertrauen die Vorsicht uns versäumen lassen, möge Gott nicht auch mein Mißtrauen gegen unsere Lage, im Dorfe hier einsam und unter der Schanze, mit Unglück bestrafen! Aber wie es auch komme — ich nehme es auf mich; denn ich meine es gut; und so wird es gewiß auch der himmlische Vater meinen — meinet Ihr es auch gut mit den Kindern, mit Christel und mir! Nur der Großvater wird in der Sicherung der Kinder einen stillen Vorwurf gewahren, und nur deswegen möcht’ ich kaum bitten . . . . aber ich bitte doch!

Wenn das nur Christel zufrieden ist; meinte Paschalis; die Kinder wird Dorothea schon wohl besorgen; und — liebe Sorge thut dem Herzen wohl, und trägt uns furchtlos über grause Wogen!

Lieber Herr Paschalis, sagte Johannes, was einem Manne so recht wohlgemeint in die Gedanken kommt, das will seine Frau gewiß auch, sonst käme es ihm gar nicht ein, oder er bliebe nicht lange dabei! Ich rede aber aus ihrer Seele, wie sie immer aus meiner; denn wir sind Eheleute — Ihr wißt das nicht; nehmt das nicht übel; aber Ihr werdet meine Rede bestätiget finden! —

Als sie nun alle hineingegangen in die Wohnstube, wo Frommholz und Daniel arbeiteten, kam Christel herüber, grüßte Paschalis, und — als könne sie es vor Angst nicht länger ertragen, bat sie unverweilt: er möchte sie selber mit nach Mainz nehmen!

Paschalis lächelte niedergeschlagen darüber, als habe Dorothea ihr das gerathen, und sagte dagegen: Die Kinder! liebe Christel. So meinte Johannes.

Ja, ja, die Kinder! rief sie bestimmt.

Und Johannes sagte zu Paschalis: Sie hat nicht, wie ich, gewußt, daß sie 20 Mann Einquartirung bekommt.

„Zwanzig Mann, nicht Männer!“ erklärte Wecker.

O Gott, scherzt nicht! verwies ihm Christel und eilte Anstalt zu treffen für die „Mann“ und die Kinder. „Dorothea schläft!“ hatte sie Paschalis noch gesagt.

„Ungegessen? oder: ohne gegessen zu haben — wie ich die Schulkinder verbesserte; eine sonderbare Braut!“ sprach Wecker.