Die Wirbelwinde haben immer verschiedene Namen, je nach dem Ort, wo sie einherblasen, und werden sie immer haben, sprach Wecker; wie hieß denn also der Wirbelwind Hieronymi?
Tzschernitschef; hört’ ich, antwortete St. Etienne.
So ist das schöne Land ohne König! sprach Christel. So hört doch, St. Etienne! Das geht weiter! Was werbt Ihr also!
Johannes aber klagte aufrichtig aus seinem treuherzigen Sinne: Mein Gott, ein Land ohne König, wie soll das gehen? Das ist das größte Unglück. Mir däucht ordentlich als könne da keine Saat mehr keimen, kein Baum blühen und kein Weinstock tragen! Wenn ein Land auch Alles verloren, Menschen, Häuser, Habe, Vieh, Getreide, Geld und Wohlsein, wenn alle Uebel drin hausen und alle Krankheiten darin sich satt fressen, und es hat nur noch einen König, wie ein Bienenstock einen Weisel, so erholt sich der Stock wieder, setzt Brut, höselt Wachs, baut Zellen, schleppt Honig, und das ganze Land hat wieder ein süßes Maul. Wer wird nun die Steuern empfangen? Wer wird befehlen? Denn ohne Befehlen hört der Gehorsam auf. O schlimme amerikanische Zeit! —
Wir wollen Gott bitten, sprach Wecker, daß er sich wieder erbarmt und das Herz eines Andern regiert, der sich wieder des verwaiseten Thrones erbarmt!
Bittet nur bald, sonst bittet Ihr guten Leute zu spät; sprach St. Etienne. Ich bin glücklich! Wir sind glücklich! — Wir haben noch einen Kaiser; und der braucht Soldaten, nachdem er Sechsmalhunderttausend in Rußland — angeführt hat! Tüchtig angeführt! Also werbe ich! Denn ohne Soldaten bleibt Er sogar nicht vier Wochen auf dem Throne, geschweige ein Anderer fünfzehn Tage. Darum werden wir Soldaten auch beinahe auf Händen getragen, wenigstens, wenn’s Noth thut, auf Wagen gefahren zur Schlacht. —
„— Bank!“ setzte Wecker hinzu.
Also zur Schlachtbank — meinen Johannes! meinen einzigen Sohn, den einzigen Vater der Kinder, den einzigen Mann unsrer Christel! sagte der alte Frommholz betäubt: „Das ist der Kaiser nicht werth. Viel Hunde sind des Hasen Tod, und er wird es nicht lange mehr bleiben — aber jetzt freilich bin ich noch hier in dieser eurer Gewalt.“
„Ihr nicht! alter Mann!“ belehrte ihn St. Etienne, noch lachend.
Ja wohl ich, nur ich; stöhnte der Alte verworren und schwieg.