Ich schüttelte den Kopf und sah ihn hilflos an. —
»Wie ist mir denn,« murmelte Werner vor sich hin, »den muß ich doch kennen!« Dann wandte er sich und schritt dem andern nach zur Toilette.
Ich wollte ihn zurückhalten, doch meine Hand fiel kraftlos in den Schoß.
Was hätte es auch genützt. Ich hatte geahnt, daß es so kommen mußte.
Die Welt ist so groß, so unendlich groß, und doch zu klein für ein wundgeschossenes Geschöpf, um sich verkriechen zu können. — —
Als Werner kam, stand ich sofort auf; schweigend half er mir in den Mantel; schweigend verließen wir das Lokal.
Als wir einige Schritte gegangen waren, nahm er meinen Arm und zog ihn unter den seinen; ich wagte kaum, ihm in die Augen zu sehen. —
»Es war ein Schiffsarzt,« sagte er nach einigen Minuten, »ich habe ihn zur Rede gestellt wegen seiner Ungebührlichkeit; er kennt dich – leider; er ist einmal drüben gewesen bei der Rottmann. Na, weine nur nicht, diesem edlen Herrn können wir ja aus dem Wege gehen. Aber meine Meinung habe ich ihm wenigstens gesagt!«
Ich antwortete nicht. Ich schluchzte krampfhaft in mein Taschentuch. Die Vorübergehenden sahen uns nach, sie hielten uns wohl für ein Liebespaar, das sich verzankt hatte. —
Als wir zu Hause ankamen, warf ich mich angekleidet aufs Bett und schluchzte jammervoll; Werner hatte Mühe, mich zu beruhigen.