Er hat recht, aber trotzdem – was kann nicht alles passieren während einer solchen Reise. —

Und läßt sich nicht alles besser tragen, wenn man es gemeinsam trägt?

An die Schattenseiten des Seemannslebens habe ich nicht gedacht. Als ich auf dem Schiff war und dort alles wie am Schnürchen ging, als die Besatzung mit immer freundlichen Mienen auf die manchmal recht unsinnigen Wünsche der Passagiere einging, da habe ich nicht daran gedacht, daß diese Leute ein Doppelleben führen, um das sie wirklich nicht zu beneiden sind.

Ich möchte meinen Mann gerne an Land behalten; lieber wenig Verdienst, aber beisammen. —

Wie ist das zum Beispiel schrecklich mit meiner Flurnachbarin: der Mann fährt nach Ostasien; während der letzten Reise hat sie ein Töchterchen bekommen und hat es auch wieder verloren; das Kindchen ist nur sechs Wochen alt geworden.

Der Vater aber hat das Kind gar nicht gesehen.

Und das alles hat die arme Frau allein durchmachen müssen. —

Wirklich, auch eine Art Heldentum, von dem die Außenwelt nichts weiß. Ich werde Werner bitten, doch lieber im Bureau der Gesellschaft zu arbeiten, wenn er auch weniger verdient, es wird schon gehen. Oder vielleicht können wir ganz von hier fort, an einen Ort, wo niemand uns kennt.

Hier kennt mich nun doch schon ein Mensch, und nicht lange wird es dauern, so kennen mich noch mehr.

Was habe ich diesem Menschen getan, daß er mich so brandmarkt? Muß ich immer auf der Flucht vor meiner Vergangenheit sein? Wenn ich anders geartet wäre! Gleichgültiger gegen das Urteil der Menschen.