Ich tue doch nun gewiß nichts, um sie zu ermuntern, aber auch gar nichts. Ich war so ruhig, so zufrieden. Mein schwarzes Kleid schien mir Schutz genug zu sein.

Oft muß ich denken, ob ich wohl etwas Besonderes an mir habe, das die Männer reizt? Ich bin doch nicht anders in meinem Auftreten als andere Frauen auch.

Haben die Männer eine besonders feine Nase für gewisse Dinge? Es ist doch beinahe ein Jahr, daß ich aus jener Atmosphäre heraus bin. —

Aber nein, ich brauche keine Angst zu haben, niemand weiß etwas, niemand kann etwas wissen. —


Ich habe meiner Kollegin meine Not geklagt. Sie sagt, das mache meine Jugend und Schönheit. —

Also muß ich wirklich schön sein, wenn sogar die Geschlechtsgenossinnen es unumwunden zugeben.

Ich könnte stolz darauf sein, denn Schönheit ist bekanntlich die größte Macht eines Weibes. Aber Schönheit ist auch eine Gefahr, und für mich war sie die letztere. —

Gewiß, wer klug ist und seine Waffen und Mittel zu gebrauchen versteht, aber ich war bislang eben nicht klug. – Doch werde ich mir jetzt Mühe geben, es zu sein.

Ich bin jetzt alt genug, habe genug durchgemacht, und wenn ich wirklich noch etwas Gutes und Nützliches aus meinem Leben zimmern will, so ist es Zeit. —