Ob er nie etwas vermißt? Glühende Küsse, stürmische Umarmungen?

Ich bin ihm sehr gut – aber ich bin mir zuweilen selbst ein Rätsel. Nichts treibt mich zum Manne.

Ich bin doch jung, sehr jung!

Aber nie mehr seit jenen heißen, schwülen Sommernächten auf dem heimatlichen Gut fiebert mein Blut dem Manne entgegen. —

Auch bei aller Liebe zu Werner, es war nichts Stürmisches, kein leidenschaftliches Begehren in meiner Liebe.

Ruhig und still wie ein linder Sommerabend.

Oft denke ich, ich habe zu früh vom Baume der Erkenntnis gegessen. Vielleicht war mein Körper doch noch nicht entwickelt genug, um den Anforderungen ohne Schaden gerecht zu werden, die das Mutterwerden an das Weib stellt. — —

Oder ist es das verdorbene, degenerierte Blut des Vaters, das dies sonderbare Wesen aus mir gemacht hat?

Ich erzähle dir wieder allen möglichen Unsinn, du mein kleiner, verschwiegener Freund; und ich wollte dir doch nur sagen, daß ich sehr, sehr glücklich sein könnte, wenn —