Quälende Selbstvorwürfe peinigten mich; ich fühlte mich unsäglich elend und unglücklich und weinte still in meinem Zimmer.

Da kam Lou zu mir herein, und als sie meine Tränen sah, war sie ganz Mitleid. Stürmisch umschlang sie meinen Hals.

»Mama, süße Mama, warum weinst du?« rief sie zärtlich.

Ich schüttelte mit dem Kopfe, ich konnte kein Wort hervorbringen vor lauter Schluchzen.

Als ich mich etwas gefaßt hatte, sagte ich:

»Laß mich, Kind, laß mich allein!«

»Mama, sei gut; sage mir, warum du weinst. Wer hat dir etwas zuleide getan?«

»Niemand, Liebling. Mama muß an früher denken. Damals als sie noch nicht ihren Liebling, ihre Lou, hatte.«

»Darüber brauchst du doch nicht zu weinen, süße Ma!«

»Aber Mama hat damals sehr viel Schweres durchgemacht, und darüber muß sie weinen.«