Die ganze Einrichtung dieser Häuser läßt unschwer erkennen, daß es vollständig ausgeschlossen ist für jemand, der wider seinen Willen darin festgehalten wird, zu entkommen.
Auch die Polizei würde nie etwas anderes finden, wenn sie wirklich suchen würde, als eine harmlose Teestube im unteren Stock.
Alles, was nicht gesehen werden soll, wird über die Leiter entfernt.
Aber der Polizei ist all dies bekannt!
Es ist ihr bekannt, daß gerade diese Pesthöhlen in Chinatown das Schlimmste sind, was es in diesem Genre geben kann. Und doch werden sie geduldet.
Ich habe die Aufzeichnungen in meinem Tagebuch noch einmal durchgelesen und, obgleich mein Blut jetzt ruhiger und schwerer durch die Adern fließt, stimme ich auch jetzt noch meinen damaligen Ausführungen zu: Daß ein Hauptteil der Schuld an den unseligen Verhältnissen auf dem Gebiete der Prostitution auf Seiten des Mannes liegt. – Die Konjunktur richtet sich hier, wie überall, nach Angebot und Nachfrage.
Hier allein liegt der Kern des Übels. Würden die Männer jene Häuser nicht so frequentieren, so wäre ihre Existenzmöglichkeit stark beschränkt. Der Mädchenhandel, diese Pestbeule unserer Kultur, müßte naturgemäß von selbst aufhören. —
Nun habe ich so oft die Entgegnung hören müssen: der Mann kann nicht anders, er muß in diese Häuser gehen, will er nicht seine Gesundheit arg gefährden.
Zugegeben, dem wäre so, warum heiratet er nicht, wenn er nicht ohne geschlechtlichen Verkehr leben kann?