Ob es eine Vorahnung war? – Als die Tür hinter mir zuschlug, überkam mich plötzlich eine Angst, daß ich am liebsten wieder hinausgelaufen wäre. Doch Herbert legte den Arm um mich und führte mich in ein auf der linken Seite des Flures gelegenes Zimmer.
Sonderbar, ich sah keinen Menschen, und Herbert schien hier wie zu Hause zu sein.
Auch im Zimmer war niemand. Herbert geleitete mich zu einem Sessel, welcher der Tür gegenüberstand. —
Ich war plötzlich so müde. —
Einen Augenblick nur solle ich ihn entschuldigen, er komme sofort zurück, sagte er mir, und ging durch eine andere Tür hinaus.
Ich sah mich im Zimmer um. Die Wände waren mit einigen Bildern geschmückt – Dutzendware –, gegenüber der Tür stand eine Chaiselongue, kein Tisch, nur noch einige Sessel. —
Aber was mir jetzt erst auffiel – das Zimmer hatte ja gar kein Fenster! Eine elektrische Krone erhellte es, es war aber doch Tag. Es konnte höchstens zwölf Uhr sein! —
Noch immer kam Herbert nicht wieder.
Hinter mir rauschte ein Seidenkleid – eine Tür hatte ich nicht gehen hören. Ich drehte mich aufhorchend um, eine Dame stand vor mir und lächelte mich an.
Es war eine große, kräftig gebaute Frau im Alter von ungefähr fünfzig Jahren. Sie war sehr elegant gekleidet, sah aber trotzdem sehr gewöhnlich aus, denn ihr Gesicht war unangenehm und brutal. —