»Sie müssen Herrn Smith einen Augenblick entschuldigen. Er hat erst noch rasch etwas zu erledigen, wird aber sofort hier sein. Darf ich Ihnen einstweilen eine kleine Erfrischung anbieten?«

Und ohne eine Erwiderung abzuwarten, trat sie an einen kleinen Seitenschrank und goß zwei Gläser voll Wein, von denen sie mir das eine anbot; das andere stellte sie auf ein kleines Ziertischchen, in dessen Nähe sie sich niederließ. —

Ich hatte bis jetzt noch kein Wort gesprochen.

Ich saß da mit meinem Weinglas in der Hand und sah mich hilflos um. Ich hätte es gern hingesetzt, aber ein Tisch schien in diesem Zimmer ein überflüssiges Möbel zu sein. —

»Trinken Sie, liebes Kind, Sie werden erschöpft sein. Ich nehme Ihnen dann das Glas wieder ab,« sagte meine liebenswürdige Wirtin – die Gattin des Pfarrers, wie ich damals annahm.

Ich war wirklich durstig, aber noch mehr hungrig. Ich hatte seit dem Frühstück nichts mehr genossen, und auch da vor lauter Aufregung nur wenig. Ich tat deshalb einen guten Zug aus meinem Glase, dann nahm sie mir das Glas ab und setzte sich mir gegenüber.

Was sie zu mir gesprochen, weiß ich nicht; mich überfiel eine seltsame, bleierne Müdigkeit, ich riß einige Male mit Gewalt die Augen auf, aber dann konnte ich nicht mehr dagegen ankämpfen. Ich bin dann wohl eingeschlafen. — —

Als ich erwachte, war es Nacht. Ich lag ausgezogen auf einem Bett. Im Zimmer war es ganz finster.

Ich versuchte mühsam, meine Gedanken zu sammeln. Wo war ich? Was war mit mir geschehen? War ich krank gewesen? Mir war sonderbar benommen im Kopf. Ich sann und sann und kam zu keiner Klarheit.

Müde schlief ich endlich wieder ein. — —