Sie sah mir den Widerwillen wohl an und lachte häßlich.

»Wenn du Glück hast, mein Engel, so siehst du eines Tages auch so hübsch aus,« sagte sie frech.

»Wie meinen Sie das?« fragte ich.

Sie antwortete nicht, drehte sich um und ging hinaus.

Ich mochte nichts anrühren von dem, was dieses Geschöpf in den Händen gehabt hatte. Der Kaffee wurde kalt.

Doch in meinen Eingeweiden wühlte der Hunger; ich war jung und gesund und hatte seit vierundzwanzig Stunden nichts gegessen. Nach und nach trank ich den kalten Kaffee und aß auch das Gebäck. Ich wollte endlich aufstehen und mich nach meinen Wirten umsehen. – Ich suchte nach meinen Kleidern, sie waren nicht da. Ich sah mich um, nichts war zu sehen, auch keine Klingel, um jemand herbeizurufen.

Mein Gott, was bedeutete das alles?! Wo war ich nur? Ich tat das einzige, was mir übrig blieb, ich kroch wieder ins Bett.

Wie lange ich gelegen – ich weiß es nicht, ich mußte wohl wieder eingeschlafen sein. —

Ein Geräusch schreckte mich auf, meine Wirtin stand wieder vor mir. Ich sprang rasch aus dem Bett und fragte nach meinen Kleidern.

»Ihre Kleider sind ganz verdorben, liebes Kind. Sie sind ein wenig krank gewesen gestern. Aber ich habe Ihnen hier ein schönes neues Kleid mitgebracht, das ziehen Sie an.«