Lilly schlief mit der ältesten Tochter ihrer Herrschaft in einem Bett, einem jener breiten amerikanischen Betten, in denen bequem ein halbes Dutzend Kinder liegen könnte.
Die Sommernächte waren schwül und heiß. Die gute Kost hatte alles in ihr zur Entfaltung gebracht, die Sinne forderten ihr Recht.
Und eines Nachts – genau als ob es in ihren wollüstigen Traum paßte, kommt ihr Dienstherr und nimmt sich, was ihm ohne Widerstreben gegeben wurde. —
Wie eine Frucht, die sich überreif vom Baume löst, so fällt Lillys Jungfräulichkeit dem alternden Manne in den Schoß. —
Die Tochter daneben ist nicht einmal gestört worden in ihrem kindlichen Schlummer. — —
Doch die inbrünstige Umarmung hatte Folgen – was nun?
Der Mann war nicht schlecht, er versprach für Lilly zu sorgen.
Als die Frau merkte, was los war, mußte sie aus dem Hause. —
Als ein Glück betrachteten es beide, daß der Geselle, ein häßlicher, pockennarbiger Ungar, der Lilly schon immer gern gesehen hatte, ihr aber nicht hübsch genug gewesen war, nun aufs neue um sie warb. – Lilly war froh, mit seinem Namen ihre Schande zudecken zu können. – Der Meister gab eine gute Aussteuer und Lilly wurde Frau Allasch. Sie eröffneten einen Laden, und alles wäre gut gewesen, wenn nicht der junge Ehemann so eifersüchtig gewesen wäre. Er war sich wohl bewußt, daß er Lillys Besitz nicht nur seiner Schönheit zu danken hatte. —
Es gab häßliche Szenen, und da zudem das Kind kurze Zeit nach der Geburt gestorben war, ließ Lilly eines Tages ihren pockennarbigen Herrn Gemahl sitzen und fuhr nach New York. —