Hier ist sie zuerst in einem deutschen Haushalt in Brooklyn in Stellung gewesen, es hat ihr aber gar nicht gefallen.
»Die Deutschen wollen nichts bezahlen, aber arbeiten soll man wie ein Pferd,« sagt sie. —
Dann war sie in einem Hotel in der 8. Straße Zimmermädchen, und da hat sie so nach und nach Geschmack am leichten Leben gefunden.
Sie fühlt sich ganz wohl dabei und legt sich sogar noch Geld zurück. Doch ich glaube, es gibt nicht viele Lillys. — —
Ich muß oft darüber nachdenken, was zu tun ist, um solch armen Teufeln zu helfen, die in diese Häuser verschleppt werden.
Das einzig Richtige würde sein, wenn diese Häuser gesetzlich nicht geduldet würden. Es würde trotz alledem noch genug derartige Mädchen geben, wie man an Lilly sehen kann.
Aber Leute wie die Rottmann, die sich von der Schande und dem Elend anderer mästen, die dürfte es nicht geben. – Und wenn es wirklich nicht ohne diese Häuser geht, dann sollte der Staat sie bauen, genau wie er Gefängnisse, Zuchthäuser und Idiotenanstalten baut. —
Doch ich phantasiere. Mit meinen siebzehn Jahren fange ich an und will die Welt verbessern. —
Man hört so vieles in diesem Hause, so manches Schicksal geht an einem vorüber, und immer, oder doch zum weitaus größten Teil, ist an dem ersten Fall die Hauptschuld auf seiten des Mannes und des Alkohols.
Mag die Gefallene später werden wie sie will – zuerst ist sie verführt worden. —