Ich war so selig, alles in mir drängte diesem Manne entgegen. — —
Heuernte! Sonnenflimmer und Blumenduft!
Seit Tagen war schönes Wetter; die Heuernte war im vollen Gange. Alles was Arme hatte, mußte helfen. Auch ich half.
Ob ich auch geholfen haben würde, wenn der Verwalter nicht Rudolph Schönewald gewesen wäre? —
Wir waren beim Heuabladen. Auf dem Wagen unten stand der Großknecht, und in der Luke stand Rudolph und nahm ab. Ich stand etwas zurück und nahm Rudolph das Heu ab. Oben auf dem Heu waren noch zwei Kleinmägde, die es verstauten. Alle anderen, Tagelöhner, Knechte, Mägde und Schnitter, waren auf dem Feld beim Dörren.
Als der Wagen leer war, schickte Rudolph die beiden Mädchen nach dem Heuboden über der großen Scheune, wo gerade ein Wagen vorfuhr. Im Scherz nahm er einen Arm voll Heu und warf es über mich, so daß ich ganz darunter begraben war.
Ich krabbelte mich heraus, nahm einen Arm voll und tat das gleiche. —
Erhitzt und keuchend setzten wir das Spiel eine Zeitlang so fort, dann sank ich ermattet von der Anstrengung und dem betäubenden Duft ins Heu.
Rudolph warf sich über mich und küßte mich, heiß, leidenschaftlich, sinnverwirrend — — — —
Den nächsten Wagen lud ich nicht mit ab. — —