Tagelang war ich wie betäubt. Ob man mir etwas ansah?
Ich wagte mich gar nicht aus dem Hause. Konnte mir denn nicht jeder von der Stirne lesen, was ich getan?
Doch nichts geschah, alles war wie bisher.
Alles war wie bisher, nur ich war eine andere. —
Drei Tage ließ ich mich nicht vor Rudolph sehen, dann hielt ich es nicht mehr aus. Ich mußte ihn sehen, ich mußte wissen, was er von mir dachte.
War er auch in einer solch kläglichen Stimmung? Schämte er sich auch?
Ich mußte ihn sprechen, aber nicht am Tage. Ich würde ihm nicht in die Augen sehen können. — —
Gegen Abend, als es dunkel war, ging ich den gewohnten, ihm bekannten Weg.
Meine Hoffnung trog mich nicht, schon nach kurzer Zeit kam er mir nach.
Ich konnte die Augen nicht aufschlagen, als er zu mir trat.