Also wirklich und wahrhaftig frei! Frei, und so Gott will, ein anständiger Mensch! — — —


Es gefiel mir erst sehr auf dem Schiff, aber das hat nicht lange gedauert. Wir hatten Sturm, und ich bin tüchtig seekrank gewesen, jetzt geht es aber wieder.

Ich fahre in der zweiten Kajüte, und Werner hat dafür gesorgt, daß ich allein im Zimmer bin. Ich freue mich sehr darüber, ich mußte immer wieder an meine Herfahrt denken und an meine Zimmernachbarin, diese alte Seelenverkäuferin.

Ich bin aber doch auch zu dumm gewesen, jetzt könnte mir das nicht wieder passieren, jetzt kenne ich den Geruch.

Ich bilde mir immer ein, ich selbst rieche auch noch nach diesem verfluchten süßlichen Zeug, mit dem die ganze Luft in jenem Hause durchtränkt war. Es kann aber gar nicht möglich sein – denn ich habe nichts mehr von jenem Zeug am Leibe und habe schon drei Bäder genommen – und doch – sehen mich nicht auch die Männer mit besonderen Blicken an?

Werner, dem ich meine Befürchtungen mitteilte, lachte.

»Ich glaub' es wohl, daß sie dich angucken, Süßes! Du weißt wohl gar nicht, wie schön du bist!« —

Ich bin sehr glücklich! Werner und ich machen Pläne – wonnige Pläne für die Zukunft.

Eine kleine Wohnung werden wir uns mieten, drei Zimmer nur, denn Werner verdient noch nicht viel – aber wir werden trotzdem glücklich sein – so glücklich.