Wie furchtbar würde es für Werner sein, wenn mich jemand erkennen sollte. —

Zum Glück habe ich nicht viel Zeit zu dummen Gedanken und nutzlosen Klagen. Ich muß arbeiten, muß meine Wohnung einrichten.

Vorläufig haben wir nur Küche und Schlafzimmer. Alles in Eile und provisorisch hingestellt. Aber wenn Werner wiederkommt, soll er alles hübsch und gemütlich vorfinden, er soll sich freuen über seine Frau und sein Heim. —

Eine ganze Menge Geld hat er mir hier gelassen. Zweihundert Mark! Was kann ich dafür alles kaufen! Töpfe und Pfannen, auch einige Deckchen und Läufer, um alles recht schön zu machen. —

Die Möbel für das Wohnzimmer kaufen wir erst, wenn Werner wiederkommt, die müssen wir auf Abzahlung nehmen, Werner hatte gar kein Geld mehr. —

Eigentlich ist es schrecklich, daß er all das viele Geld für mich hat ausgeben müssen; was hätte man alles dafür kaufen können!

Eine Wut überkommt mich, wenn ich an die Rottmann denke – nur einmal möchte ich sie wiedersehen, einmal möchte ich ihr gegenübertreten, um ihr meinen ganzen Zorn, meine ganze Verachtung ins Gesicht zu schleudern.

Aber was nützt es, wenn ich gegen dieses Weib wüte, ist sie doch nicht allein schuld an diesen Zuständen. —

Nicht ein Unternehmer allein, das ganze System muß bekämpft werden. Ich will klug und reich werden, ich will Geld sammeln. Überall müssen Warnungstafeln angebracht werden.

Es muß anders werden, ganz anders. —