Eine Woche lang habe ich nicht an mein Büchlein gedacht, aber heute ist ein so kalter, stürmischer Tag, da habe ich mir Feuer im Herd angezündet, damit die Küche schön durchwärmt ist, und nun will ich mich wieder einmal mit dir unterhalten. --

Ich habe mich nun schon ganz nett und behaglich eingerichtet.

Auch außerhalb meiner kleinen Wohnung habe ich mich schon umgesehen. Die Stadt ist nicht groß, und man ist bald zu Ende mit den Sehenswürdigkeiten. Landschaftliche Reize kann ich an der flachen, eintönigen Gegend wenig entdecken. Trotz alledem wäre es unrecht, ihr jede Schönheit absprechen zu wollen.

Wie wunderschön allein ist ein Spaziergang bei Sonnenuntergang am Außendeich. Ein ganz wunderbares Schauspiel ist es, wenn der Sonnenball langsam im Wasser versinkt. Der Horizont, das Wasser, alles glüht tiefrot, um dann langsam, blasser und blasser werdend, in rosa und bläulichen Tönen zu verglimmen.

Und dann der Heimweg; hier und da auf dem Wasser ragt gespenstisch ein Mast empor, dann blitzt da und dort ein Lichtlein rot, grün oder grellweiß, das Blinklicht des Leuchtturmes alles überragend, und weit, weit unten in ununterbrochener Reihe die Lichter des Hafens.

Aber diese einsamen Spaziergänge sind nichts für mich, sie machen mich melancholisch und heimwehkrank.

Heimwehkrank nach einer Heimat, die ich nicht habe.

Meine Heimat ist jetzt hier, ist bei dem Manne, der mir einen ehrlichen Namen gab. —

Ich bin immer noch ängstlich, wenn ich auf der Straße gehe.