Oft schrecke ich Nachts aus unruhigem Schlummer auf, dann ist mir, als hörte ich ruhige, schwere Atemzüge neben mir – ich fasse hinüber, aber da ist nichts, ich bin allein – immer allein. —


Letzte Nacht hatte ich einen entsetzlichen Traum.

Mir träumte, ich stand allein auf einem weiten, endlos weiten Platz und wußte nicht, wohin ich mich wenden sollte.

Da kam ein Mann in einem langen, schwarzen Mantel, den großen Hut tief in die Stirn gedrückt, so daß ich nichts von dem Gesicht sehen konnte, und faßte mich bei der Hand.

Er führte mich über Felder und Auen weit, weit, und dann zuletzt in ein großes, palastartiges Haus, viele, viele Treppen empor.

Als wir schon sehr hoch gestiegen waren, öffnete mein Führer eine Tür, ließ mich los und sagte mit dumpfer Stimme: »Gehe diesen Weg, und du wirst rein wie eine Lilie sein.«

Ich hob den Fuß und wollte vorwärts schreiten, doch mit einem entsetzten Schrei fuhr ich zurück. Vor mir breitete sich endlos, unabsehbar das Meer.

Durch den Schrei war ich erwacht, entsetzt starrte ich ins Dunkel. Ich fürchtete mich so, daß ich nicht einmal wagte, mir Licht anzuzünden. —

Was bedeutete dieser unheimliche Traum?