«Welch ein Einfall! Man liebt mich.»

«Wie man uns Hugenotten liebt.»

Henri war plötzlich still, Coligny konnte weitersprechen.

«Sie werden mitten in allen Ehren und Belustigungen, die Sie nur wünschen können, dennoch der Gefangene dieser Leute sein und nie mehr nach eigenen Beschlüssen handeln dürfen. Haus Frankreich nimmt Sie auf, einzig und allein, damit die Religion den Sohn der Königin Jeanne verlieren soll als ihren Führer.»

Das klang furchtbar nahe, das geheimnisvolle Wesen des Alters rührte den Jungen an — diesen Augenblick doch. Man konnte nicht unterscheiden: Was stak dahinter? Ein verschlossenes Wissen drang vielleicht aus überlebten Greisen in der Art eines Lichtes, das Fremde in einem verlassenen Haus gemacht haben.

«Verlangen Sie Sicherungen — vor der Hochzeit! Ihre Leibwache muß ganz aus Ihren Leuten bestehn, alle Wachen des Louvre müssen zur Hälfte von den Unseren bemannt sein, und in Paris müssen wir Schutzplätze bekommen.»

«Das alles ist leicht zu verlangen, Herr Admiral, aber schwer zu haben. Ich will Ihnen etwas Besseres vorschlagen: wir machen ohne viel Fragen einen Handstreich, nehmen den König von Frankreich gefangen, entwaffnen seine Soldaten und besetzen Paris.»

«Es wäre gut, wenn Sie es ernst meinten», sagte Coligny starr, denn hier war der Punkt der Entscheidung, des Schicksals, das sprechen wird aus dem Munde des Jungen. Der Mund aber ist verzogen, und der Junge macht sich lustig!

«Soll auch Blut fließen?» fragte Henri.

«Einiges — anstatt sehr vieles», erwiderte dunkel das verschlossene Wissen, das aber offenkundig nichts weiter war als Greisengeschwätz.