«Bei Madame Catherine warst du? Droben?»
«Wo denn sonst?» Henri warf sich in die Brust, er spielte den, der sich einer Ehre rühmt und hat sie gar nicht genossen. Dies versetzte den großen Lothringen in einen Zustand wunderbarer Überlegenheit. Man kommt aus einer Geheimsitzung mit der Königin selbst und trifft auf einen eitlen kleinen Lügner, der zur gleichen Stunde will empfangen worden sein. Strahlend über das helle Gesicht, die Hand in der gebogenen Hüfte, sagte Guise: «Dann hast du es von ihr selbst gehört; dennoch wiederhole ich es ausdrücklich: dein ist der Sieg, Navarra. Der Hof von Frankreich beschließt Krieg gegen Spanien, denn, so schreibt dein Admiral in einer Denkschrift: ‹Die Franzosen brauchen einen auswärtigen Krieg, der gerecht, aber auch leicht zu führen und gewinnbringend ist.
Sonst plündern und rauben sie einer beim andern.› Er kennt uns, dein Held und dein Lehrer.»
«Das ist ja verfaßt von Mornay, der immer bis an das äußerste Ende eines Gedankens geht.»
«Und grade das muß man kennen. So seid ihr gesinnt, Navarra.»
«Ihr nicht?»
«Wir wehren uns nur. Ihr Protestanten habt ein großes Gemetzel unter uns vor: das besagen die Worte eures Coligny oder Mornay. Zu unserem Heil wählen wir den Krieg gegen König Philipp — mit euch. Auf Wiedersehn in Flandern — oder nie!»
Es war nur ein falscher Abgang. Der große Blonde schwang sich sogleich wieder herum.
«Navarra! Spiel ehrliches Spiel — wie ich! Es ist wahr, daß ich Truppen in Paris zusammengezogen hatte, als du mit allen deinen Edelleuten anrücktest.»
«Ich hab davon noch mehr.» Der Kleinere begegnete seinem Blick in ebener Linie, weil er auf einer Stufe stand.