«Es ist etwas anderes.» Der König sprach trübe in sich hinein. «Ich warte auf die Gewalt.»

«Kommen Sie ihr zuvor!»

«Du hörst doch, daß ich auf sie gespannt bin», flüsterte der König und erbebte von innen. Er bedeckte sogar den Mund. «Ich habe Nachricht, daß Guise mich entführen will. Was wird das sein? Ich, sein Gefangener. Er, der Herr meines Königreiches — und tritt zu mir ein, mit der Hetzpeitsche.»

«Er ist einen Kopf länger als ich», sagte Henri Navarra. «Und was weiter? Ein langer Mensch hat vor mir voraus, daß er von der Zimmerdecke die Würste herunterlangen kann, sonst nichts.» Bei sich dachte er noch: ‹Seinen Bruder, den Irrwisch, wollte er, daß ich ihm töte. Weil er nicht größer ist als ich? Das alles versteht niemand.›

Inzwischen geschah vor der Tür viel Scharren und Klirren, sie wurde aufgestoßen, und ein Offizier des Herzogs von Guise meldete sein Kommen an. Nicht etwa, daß er die Majestät gebeten hätte, seinen Herrn zu empfangen. Der Herzog verfügte. Übrigens ließ er den König von Frankreich warten, und dieser benutzte die Zwischenzeit, um seinen Vetter Navarra hinter einem Vorhang zu verstecken. «Du sollst mit anhören, was er wagen wird, dem König zu bieten. Wenn er sich an mir vergreift —»

«Es könnte auch sein, daß er durch den Vorhang sticht. Lieber zeige ich mich schon vorher und rede ein Wörtchen mit.»

Hier erschien der dritte Henri, aus dem Hause Guise. Kommandorufe, Ehrenbezeigungen, ein großer Auftritt.

Der König Henri saß vor seinem Schreibpult in den Pelzrock verkrochen. Henri Navarra lugte aus dem Vorhang.

Der Herzog behielt den Hut auf und machte nicht einmal die Andeutung einer Kniebeugung. Er sagte: «Das Wetter ist günstig, um zu jagen. Ich hole Sie ab, Sire.»

Der König räusperte sich laut, es war ein Zeichen für seinen Vetter und bedeutete: Da hast du es, eine Entführung! Er erwiderte: «Gewiß, guter Freund, aber man sieht, daß Sie kein Parlament haben und keine Erlasse verfassen müssen an Ihr Parlament, weil es sich weigert, die von Ihnen beliebten Gunstbeweise in seine Register einzutragen.»