«Für eine so große Majestät zu sterben ist immer das Höchste, was ein Mann sich wünschen kann, besonders, wenn er seine Pflicht getan hat.»
«Deine Pflicht? So, deine Pflicht. Und was ein Mann sich wünscht, du Schwein?» Sie hieb ihm in das Gesicht.
Er sah den Schlag kommen, hielt aber den Kopf hin, obwohl ihre schmale Hand sehr hart war, wie er wußte. Die Königin war groß, weißhäutig, von unbestimmtem Alter, sie hielt sich grade wie ein Panzer, und die rötlichen Haare, die Margot von Valois zu manchen Kleidern trug, Elisabeth hatte sie wirklich.
«Der Hof von Frankreich nähert sich alle Tage mehr dem König von Spanien, du aber sagst mir nichts. Ich komme in die größte Gefahr, durch dieses Bündnis mein Land und meinen Thron zu verlieren, und du siehst zu!»
«Es tut mir leid, mich noch mehr beschuldigen zu müssen. Ich selbst habe das Gerücht verbreitet, dafür ist es aber auch falsch.»
«Du verbreitest falsche Gerüchte zu meinem Nachteil?»
«Ich ließ in der spanischen Gesandtschaft einbrechen, und vorgeblich wurden dort die Briefe gefunden, die Beweise sind. Ist aber alles nicht wahr. Und das geschah zum Nutzen Eurer Majestät.»
«Du bist ein heimlicher Katholik, Walsington. Wache! Verhaftet den Mann! Auf dich habe ich schon längst ein Auge. Ich werde mit Vergnügen zusehen, wie dein Kopf fällt.»
«Er hätte Ihnen so gern noch eine lustige Geschichte erzählt», sagte der Gesandte zwischen den beiden Bewaffneten. «Ich habe nämlich die Hand Eurer Majestät vergeben, und zwar an einen Prinzen, den Sie gar nicht kennen.»
«Ich denke, es ist d’Anjou, der Sohn Katharinas.» Sie winkte den Bewaffneten, den Gesandten loszulassen. Heiratspläne — die mußte sie erst hören.