«Ich fürchte, d’Anjou wäre ein Fehler. Ich weiß doch, daß Sie mit Recht nicht viel halten von den Valois. Nein, da ist ein kleiner Protestant aus dem Süden, den wollen die Valois sich als Schwager zulegen, und das wäre nicht dumm. Der könnte sie heraushauen.»
«Aber dann fallen sie in Flandern ein! Die Heirat der Prinzessin von Valois mit einem protestantischen Prinzen — ich weiß natürlich, wer! —, das bedeutet Krieg Frankreichs mit Spanien und den Einfall in Flandern. Ein geeinigtes Frankreich, das will ich nicht. In Frankreich muß Bürgerkrieg bleiben. Und in Flandern seh ich tausendmal lieber die Spanier, die ohnedies immer mehr herunterkommen durch ihren Papismus, als ein Frankreich, das sich einigt unter einem Protestanten.»
Um sich selbst besser reden zu hören, durchmaß Elisabeth langbeinig und mit großen Schritten den Saal. Den Wächtern hatte sie ungeduldig abgewinkt, und Walsington zog sich nach der entgegengesetzten Seite zurück, um seiner Königin Raum zu geben. Plötzlich blieb sie vor ihm stehen.
«Und ich soll den jungen Navarra heiraten, sagst du. Wie sieht er aus?»
«Nicht schlecht. Wenn es nur daran läge. Er ist allerdings kleiner als Sie.»
«Ich habe nichts gegen kleine Männer.»
«Sie sind als Mann oft sogar tüchtiger.»
«Was du sagst, Walsington! Ich habe darin so gar keine Erfahrung. Und sein Gesicht?»
«Er hat eine Farbe bräunlich wie Oliven und ein volles Oval.»
«Oh!»