Sieh da! Man fand ein schönes Fräulein. Das tanzte nicht im Festsaal unter den zwanzig Kronleuchtern, besteckt mit Wachskerzen: es war dem König der Hugenotten nachgeschlichen, wollte wissen, auf was er heute abend ausging, und Bericht ablegen bei Madame Catherine, die dergleichen immer gnädig aufnahm. Was blieb übrig, als das schöne Fräulein hinauszuführen und es irgendwo im völligen Dunkel einzusperren.

«Ich laß es später frei», versprach d’Armagnac. «Jetzt handelt es sich darum, daß Eure Majestät unerkannt aus dem Schloß gelangen.»

«Das ist schon mißlungen, die alte Königin erfährt alles.»

«Zu spät für sie. Wer Sie, Sire, heute nacht zu fürchten hat, muß mit eignen Augen zusehn, wie ich Sie verkleide. Nachher bemerkt es keiner mehr.» Wobei er sich an die Arbeit machte. Sein Herr ähnelte zum Schluß dem Ärmsten seiner Leute, in seinem geschwärzten Gesicht hing ein falscher Bart.

«Ich habe Ihnen Falten gemacht», sagte der Erste Kammerdiener. Sogleich nahm Henri die Haltung eines älteren Mannes an. Auch einen Sack bekam er zu tragen. «Reisig. Warum Reisig?»

«Weil es die leichteste Last ist. Sie heißen Gilles und haben in Paris eine Schwester.»

«Reisig bring ich ihr?»

«Nein, sondern den Schinken, der drunter liegt. Untersucht man Sie am Tor des Louvre und findet den versteckten Schinken …»

«Dann bin ich beglaubigt als Gilles. Dein guter Einfall! Sag mir das Losungswort?»

«Schinken.»