Er schlang die Arme um ihren Hals und flüsterte, tief errötend, einige Worte in ihr Ohr. Ein mildes Lächeln flog über die abgezehrten Züge. Sie legte die Hand auf das Haupt des Jünglings, der jetzt am Bett kniete, und sprach:

„In Gottes Namen, mein lieber Sohn, wenn es sein Wille ist! Ja, ich sehe es im Geist. Er wird dich sicher zurückführen und alles wohl vollenden!“ –

Noch wenige Tage; dann kam das Ende. Ganz schmerzlos, sanft und stille schlummerte sie ein, mit gefalteten Händen, ohne jeden Kampf. Nur Friedel und Ännchen waren bei ihr; Franzl war leise eingetreten, unbemerkt von den Kindern. Das Mädchen weinte bitterlich; Friedel aber betete mit gedämpfter Stimme:

„In Christi Wunden schlaf’ ich ein,

Die machen mich von Sünden rein.

Ja, Christi Blut und Gerechtigkeit,

Das ist mein Schmuck und Ehrenkleid;

Damit will ich vor Gott bestehn,

Wenn ich zum Himmel werd’ eingehn.“

Indessen stand der Atem still; und die Seele, die so viel gelitten, schwang sich empor in Christi Arm und Schoß. –