„Sag’ mir doch alles; ich will ja brav sein. O Großvater, ich will auch ’mal in den Himmel kommen, wo mein Herzensmütterle ist und der Vater, den ich kaum gekannt!“
„Nun, so höre! Ringsum im Salzburger Land gibt’s in Städten und Dörfern noch viele Leut’, die den rechten Glauben haben. Bisher hat man sie geduldet, denn sie sind gar friedlich, fleißig und sehr geschickt in allerlei Kunst und Handwerk, so daß sie viel Gewinn ins Land bringen. Aber der Erzbischof Firmian ist herrschsüchtig und hartherzig. Er will durchaus, daß wir alle unsern Glauben abschwören und wieder zu des Papstes Kirche kommen sollen.“
„Wer ist nur der Papst, Großvater? Ich hör’ allweil’ von ihm und möcht’s wissen.“
„Das ist der alleroberste Priester der Kirche, die sie katholisch nennen. Gar reich und mächtig wohnt er in der herrlichen Stadt Rom. Er sagt, er sei Petri Nachfolger und Christi Stellvertreter auf Erden.“
„Glaub’ ich nimmer! Ist doch der liebe Heiland selber bei uns! Was braucht’s einen Papst?“
„Das ist wahr. Wir nennen ihn den Antichrist und das Kind des Verderbens. Dabei bleib’ nur fest, mein Kind. Denk’ nur, man will uns unsere Bibeln wegnehmen; und unsere schönen Lieder sollen wir nicht mehr singen!“
„Nun sing’ ich gerade recht, zum Trutz!“
„Das ist brav; so denken wir alle. Und damit wir recht fest bleiben, sind unsere Ältesten (d. h. Vorsteher) aus dem ganzen Lande zusammengekommen heimlich bei Nacht in dem wilden, dunklen Felstal, wo die Schwarzach schäumend durchbraust –“
„Ist’s das, wo wir neulich hinabgeschaut haben, als wir so hoch zu Berg gestiegen waren?“
Der Großvater nickte.