So besonders das einst vielgepriesene Eimbecker, aus dem dereinstigen Hauptorte des Fürstentums Grubenhagen, der Ahne des bayerischen, besonders des Bockbieres – Ein-beck, Ein-bock – von dem Murner sagt:
Hippokras und Malvasier,
Rintab (Rivoglio-Wein) und Eimischer Bier
Sind sie tür (teuer) so sind sie guot,[57]
von dem sogar der reiche, stark verwöhnte Finanzmann Tucher 1508 ein Fäßchen als hochwillkommenes Geschenk entgegennahm.[58] Als Luther das Verhör auf dem Wormser Reichstag glücklich überstanden hatte, sandte Herzog Erich von Braunschweig, um dem erschöpften Mann seine Teilnahme zu bezeugen, eine Flasche Einbecker.
Von dem Zerbster Bitterbier schrieb gegen Ende des siebzehnten Jahrhunderts der gelehrte Rektor Johannes Hübner: »Die Bürger brauen ein herrliches und gesundes Bier, welches bis nach Hamburg verführt wird. Wenn im Herbst das Brauen angeht, so wird in den Kirchen eine besondere Lobrede davon gehalten, wobey erstlich die Litaney und zuletzte auch das Tedeum gesungen wird, woraus man schließen kann, daß den guten Einwohnern gar viel an ihrer Braunahrung gelegen ist« – denn:
Zerbster Bier und Rhein'scher Wein
Dabei wollen wir lustig sein!
Croßner Bier, »welches einzig und allein auf dem dasigen Schloß gebrauet wird, und gleichwohl in der nahegelegenen Stadt niemals so gut gebrauet werden kann, sondern dieses letztere fällt allemal nicht nur anders, sondern auch viel schlechter aus.« Dieses Croßner »Urquell« behielt seinen Ruf bis zum Beginn des neunzehnten Jahrhunderts.
Das ölige, schwarze Erfurter Bier, der Luntsch, begeisterte den mäßigen, greisen Rudolf von Habsburg, daß er mit dem Kruge in der Hand auf die Straße lief und rief: »Wohl in, wohl in! eye gut Bier dat hat Herr Sigfrid von Bustede ufgetan.«
Rudolf von Habsburg der Rittersmann,
Er läuft durch Erfurts Straßen,
Mit vollem Pokal, er preist dem Volk
Das Stadtbier über die Maßen.
steht an einer Wand des Münchener Ratskellers. Andererseits wird in einer von Wattenbach im Anzeiger für die Kunde deutscher Vorzeit mitgeteilten Handschrift[59] das Erfurter Bier sehr abfällig kritisiert.
Von ihrem alten Ruhme zehrt noch heute die würzreiche starke Braunschweiger Mumme, die anno 1487 der Brauherr Christian Mumme erfunden haben soll.