Leipzig sonst die Lindenstadt
Rastrum in den Keller hat,
Hall kann mit dem Puff stolzieren
Und dahin die Säuffers führen;
Wittenberg den Kuckuk zeigt,
Breslau ist zum Scheps geneigt,
Halberstadt den Breihan braut,
Gardelegen Gartey schaut,
Mord und Todtschlag droht Eisleben,
Goslar kann uns Gose geben,
Kyritz Fried und Einigkeiten.
Braunschweig brauet Mumm bei Zeiten,
Gustrau schenkt uns Kniesenack,
Colberg trinkt uns zu das Black,
Keuterling Wettin uns schenket,
Rummeldeiß an Ratzburg denket.
Delitzsch hält den Kuhschwanz her,
Herford hat an Komma Ehr,
Osnabrück kann Buße zeigen,
Witte will in Kiel nicht schweigen,
Jena hat Dorffteufels genug,
Israel macht Lübeck klug.
Helmstädt muß Clapit ausschenken,
Junker muß an Marburg denken,
Münster schenket Koite ein,
Königslutter Duckestein,
Eckenförder Cacabulle
Ist nicht feil für eine Nulle.
Brandenburg gibt alten Klaus,
Wartenberg schenkt Bockshaut aus.
Zerbster Würze läßt sich trinken,
Gera will in Angst versinken,
Wernigerode hat Lumpenbier,
Boitzburg biet den Kerl zur Zier.
Dransfeld Hasenmilch verkaufet,
Brockhuß nach dem Wallsack laufet,
Königsberg hat Preussing feil,
Pattensen braut Pohk mit Weil,
Hadelen Sähl den Kerl schließet,
Wenn man in die Kehlen gießet.

Der »arme Mann im Tockenberg«[72] trank in Berlin zu des alten Fritz' Zeiten seinen »Krug Rußiner- oder Gottwitzerbier«.

Wie man das Bier zu trinken hatte, sagt der unbekannt gebliebene Verfasser des Büchleins »de generibus ebriosorum et ebrietate vitanda«:[73]

Sauffs aus mir zu
Als einer Khu.
Ich warte sein
Als ein schwein:
Halb
Als ein Kalb.
Ist gut bier:
Es gilt dir,
Liebes thier,
Ein stübgen oder vier.

Dasselbe Werkchen gibt die etwas grobkörnige Unterweisung für den Trinker, die auch Fischart in seinem »trunken Gespräch« in der »Geschichtsklitterung« aufführt:

Sauff dich voll und leg dich nider
Stee fru auff und fuell dich wider,
So vertreibt ein Fuell die ander:
Das schreibt der gut frum priester Ars lex ander.

Ja, getrunken mußte werden, und wenn das letzte Kleidungsstück ins Leihhaus wandern sollte. Und so sangen denn die Altvorderen im kräftigsten Bierbaß:

Gott gebe, Gott grüße,
Bier und Wein schmeckt süße,
Vertrink ich die Schuhe, so behalt ich die Füße;
Noch hat mir niemals kein Geld gebrochen,
Denn nur sieben Tage in der Wochen! –

Amate, da ihr noch jung seid,
Cantate, da ihr traget Leid,
Doch ob ihr habet Lust oder Weh,
Ob jung, ob alt seid – bibite! –

Etwas Galgenhumor klingt aus dem Sprüchlein: