»Das hat der Kandidat auch gesagt,« warf er trocken ein.

»Schäme Dich. Halt' das Haus rein!«

»Das hat er allerdings nicht gesagt,« erwiderte er gleichgültig, während er mit leise knarrenden Stiefeln auf dem persischen Teppich auf- und abging.

»Du bist frivol, wie immer,« fuhr sie fort und tat dasselbe.

»Du nimmst Fröhlich immer in Schutz,« begann er nach einem Weilchen wieder, diesmal mit einer so sonderbaren Betonung, daß sie befürchtete, er könnte noch etwas Unangenehmes hinzufügen.

Leicht erregt schwieg sie sich aus, während der Hoffnungsvolle die Gelegenheit benutzte, gleich weiter seinen Groll zu entladen. »Soll ich Dir etwas sagen, Mama? Das alles ist nur blutige Eifersucht von Fröhlich. Am liebsten möchte er mit ihr im Zoologischen schäkern. Kann er ja auch. Aber er hat keine Traute. So sind nun einmal die Schulmeister. Aber ich seh's kommen — da entwickelt sich noch was! Etwas Reelles. Paßt nur lieber auf die beiden auf! Sind ja auch im Hause.«

»Meinst Du?« Gedehnt kam es über ihre Lippen, nicht aus Erstaunen über eine ihr mitgeteilte Entdeckung, sondern mehr aus Gewohnheit. Aber merkwürdig fand sie es doch, daß er ihre eigene Empfindung teilte. Und plötzlich war sie nicht mehr so schroff zu ihm, denn es schoß ihr etwas durch den Kopf, was ihrer Stimmung eine andere Wendung gab.

»Natürlich ist es so, keine Frage,« wandte Rudi überlegen ein.

Sie hörte nicht mehr darauf, sondern lenkte milde in andere Richtung ein. »Na, wenn das alles so harmlos ist mit Dir, dann soll's mich freuen. Den Stolzen gegen Fräulein brauchst Du nicht gerade zu spielen.«

Er hob verwegen die Schultern. »Aber natürlich ist es harmlos, Ma'chen. Was denn sonst? Ich hätte ja auch nicht mal Chancen. Und dann bitte ich Dich, Mama —: Rudi, und ein Hausfräulein! Hübsche Geschmacklosigkeit von mir. Mal 'n bißchen plaudern, das ist ja was anderes. Sie trägt sich übrigens ganz nett. Beinahe höhere Tochter. Ich glaube, man könnte sich sogar mit ihr sehen lassen.«