»Pardon, daß ich ganz vergaß. — Die schönste, die ich finden konnte.«

»Dafür soll sie auch täglich frisches Wasser in meinem Atelier bekommen. Sie dürfen sich darauf etwas einbilden,« fuhr sie launig fort. »Bis jetzt ist es nicht vielen passiert.«

»Ach, mein gnädiges Fräulein — wer Sie einmal so bei Ihrer Kunst belauschen könnte,« schmachtete er sie an.

»Wenn Sie ganz artig bleiben und mir in allem folgen, dann soll Ihnen auch einmal das Vergnügen zuteil werden.«

»Ich werde mich bemühen, noch einmal kindlichen Gehorsam zu lernen.«

»Finden Sie nicht, daß es furchtbar gewagt ist, mich mit Ihnen hier zu treffen?« sagte sie wieder. »Aber Ihr Brieflein war so rührend.«

»In dieser Bude sieht uns niemand,« wandte er lustig ein.

»So? Das klingt ja sehr verdächtig. Wieviel Rendezvous haben Sie sich hier schon gegeben?«

»Kein einziges, ich schwöre es Ihnen. Aber als ich früher mal durch Zufall hier hineingeriet, um mich mit meinem Schwesterlein zu treffen, dachte ich so bei mir: hier könnte man sterben, es würde niemand merken. Na, und gestorben wäre ich sicher, wenn Sie nicht gekommen wären.«

»Ach, Sie Schmeichler, Sie! Ich hätte kaum geglaubt, daß man so was in Spandau auch kennt.«