»Warum hast du denn nachher geweint?« fragte Achilla.

»Warum? Als ob ich nicht Grund genug gehabt hätte? Vor Rührung weint der Mensch!«

»So klein ist er und hat so viel Gefühl!« rief Achilla ganz begeistert.

»Nun, erlauben Sie mal,« fing der Erzähler wieder an. »Die Aufmerksamkeit, die Seine Majestät mir zufällig erwiesen, wurde in verschiedenen Moskauer Häusern bekannt, Marfa Andrejewna nahm mich überall mit hin und zeigte mich den Leuten, und – ich sage Ihnen die reine Wahrheit, ich lüge nicht – ich war damals der allerkleinste Zwerg in ganz Moskau. Aber das dauerte nicht lange, nur einen einzigen Winter.«

In diesem Augenblick prustete der Diakon plötzlich überlaut und fing dann, den Kopf zurückwerfend, leise zu kichern an.

Als er merkte, daß er durch sein Lachen den Erzähler unterbrochen hatte, setzte er sich wieder gerade hin und sagte:

»Es ist nichts! Erzähle nur weiter, Nikolaurus, ich lache über meine eigene Sache. Wie einmal der Graf Klenychin mit mir gesprochen hat.«

»Nein, sprechen Sie sich nur aus, werter Herr, sonst unterbrechen Sie mich wieder,« sagte der Zwerg.

»Ach, es ist gar nichts Besonderes, eine ganz einfache Geschichte,« erwiderte Achilla. »Der Graf Klenychin besichtigte unser Seminargebäude, ich machte ihm eine Verbeugung und da sagte er: ›Pack dich weg, Schafskopf!‹ Und das war unser ganzes Gespräch, über das ich lachen mußte.«