Warnawa fühlte sich wieder. Er glaubte durch seinen Witz mit dem Abgrund seine Chancen bedeutend gebessert zu haben, und das gab ihm den Mut, dem Propst ganz unvermittelt nachzulaufen, ihn am Ärmel zu fassen und zu sagen:

»Ich möchte Euch etwas fragen: vorgestern war ich in der Kirche und hörte, wie ein Priester plötzlich das Wort ›Schafskopf‹ aussprach. Was hat der Klerus zu singen, wenn der Priester ›Schafskopf‹ ruft?«

»Der Klerus singt dreimal: ›Ist der Lehrer Prepotenskij‹,« erwiderte Sawelij.

Ob dieser unerwarteten Antwort waren alle einen Augenblick ganz verblüfft und brachen gleich darauf in ein dröhnendes Gelächter aus.

Prepotenskij hatte das Spiel verloren.


Fünftes Kapitel.

Je tiefer der Stern des Lehrers sank, desto höher stieg derjenige Termosesows. Spielend gewann er die Gunst der gesamten Weiblichkeit; der Frau Postmeisterin machte er geradezu den Hof, und zwar in einer Weise, die dem Lehrer aufs äußerste mißfiel; denn Termosesow huldigte ihr nicht als Dame, sondern gewissermaßen als Vertreterin der Staatsgewalt.

Beim Abendessen ließ Termosesow die Damen mehr oder weniger im Stich und hielt sich an die Herren. Mit jedem stieß er an und leerte dabei eine recht beträchtliche Zahl Gläser, ohne daß irgendeine Wirkung zu bemerken gewesen wäre. Schnell war er gut Freund mit Achilla, Darjanow und Vater Zacharia. Auch Tuberozow redete er wiederholt an, aber der Alte zeigte sich sehr wenig entgegenkommend. Dafür begann Achilla, nach einem etwa halbstündigen Gespräch, zur nicht geringen Verwunderung der Anwesenden, den Petersburger Gast plötzlich zu duzen, drückte ihm die Hand, küßte seine wulstige Lippe und verlieh ihm sogar Kosenamen.