Achilla sprang auf, stürzte zur Wasserbütte und leerte zweimal hintereinander den großen eisernen Schöpfkrug.

»Von was für einer Scham redest du da, Nikola?« fragte er, seine Locken mit Wasser anfeuchtend.

»Ei, wo ist unser Propst? He?«

»Der Propst, Freund Nikolaurus, ist futsch. Gestern haben sie ihn weggeschafft.«

»Was heißt das – ›futsch‹, mein Herr? Wir müssen ihn freibekommen!«

»Liebster, ich hab' die ganze Nacht darüber gegrübelt, aber ich kriege nichts raus.«

»Das ist es eben. Einen Stein ins Wasser werfen kann jeder, – aber ihn zurückbekommen?«

Und Nikolai Afanasjewitsch wackelte auf seinen knarrenden Stiefelchen in das Zimmer der Pröpstin, hielt sich hier einen Augenblick auf und bat dann den Diakon, ihn zu begleiten. Beide begaben sich erst zum Polizeichef und nachher zum Richter. Mit beiden hatte der Zwerg eine lange Beratung, aber weder der eine noch der andere konnte ihm etwas Tröstliches sagen.

»Das einzige, was ich tun kann,« sagte plötzlich der Richter, »ist, an den Staatsanwalt in der Gouvernementsstadt zu schreiben. Er ist ein Studiengenosse von mir und wird sicher gern bereit sein, irgend etwas für den Propst zu tun.«

Der Vorschlag fand lebhaften Beifall beim Polizeichef. Nikolai Afanasjewitsch dachte anders darüber, hielt es aber für unangebracht, zu widersprechen.