»Na, versucht es doch mal!«

»Gleich werd ich's auch, damit du dich überzeugst, daß ich tatsächlich auch den Oberkiefer bewegen kann!«

Mit diesen Worten erhob sich Achilla, sah die ganze Gesellschaft mit weitaufgerissenen Augen an, richtete den Blick schließlich starr auf ein Salzfaß, das in der Mitte des Tisches stand, und fing mit seinem tiefen weichen Baß an:

»Ein geru–u–u–hig und friedli–i–i–ch Leben, Gesu–u–undheit und Wo–o–ohlergehen … und heilsa–a–ames Wirken und Scha–a–a–ffen … und Sieg über die Feinde …« usw. usw.

Achillas Stimme griff immer höher, Stirne, Kinnbacken, Schläfe, die ganze obere Hälfte seines breiten Gesichtes waren mit Schweiß bedeckt und glühten in feurigem Rot; die Augen krochen aus ihren Höhlen, auf den Wangen und an den Mundwinkeln zeigten sich weiße Flecke, der Mund war weit aufgerissen wie eine Trompete und mit Dröhnen und Krachen entstieg ihm das »Heil und Segen«, das alle unbelebten Wesen im Hause erzittern machte und die Lebendigen zwang, sich von den Plätzen zu erheben und, ohne die erstaunten Augen von dem geöffneten Munde des Diakons zu wenden, gleich nachdem der letzte Ton verklungen, im Chor einzufallen: »Heil und Segen! Heil und Se–e–egen!«

Warnawa allein wollte bei seiner Beschäftigung bleiben und gemächlich weiteressen, aber Achilla riß ihn mit Gewalt in die Höhe und sang, ihn fest am Arm haltend: »Heil und Se–e–e–gen! Heil und Se–e–e–egen!«

Der Bürgermeister gab seinem Nachbar eine blaue Fünfrubelnote, die er dem Diakon weitergeben sollte.

»Was heißt denn das?« fragte Achilla.

»Der ganzen Verwaltung. Sing noch ›der ganzen Verwaltung und dem christlichen Heer‹,« bat der Bürgermeister.

Der Diakon steckte die Note in die Tasche und stimmte nochmals an: