»Zerreißen? Dieses kostbare Dokument zerreißen? Nein, nein! Mit ihm ins Gefängnis; mit ihm ans Kreuz! In den Sarg sollt ihr es mir legen!«
Und zum nicht geringen Entsetzen des Zwerges rollte er das Blatt schnell zusammen und verbarg es auf seiner Brust unter dem Leibrock.
»Aber, Vater Propst, das soll doch eingereicht werden!«
»Nein, das soll es nicht!«
Ihm das Papier jetzt fortzunehmen, war unmöglich. Man konnte sicher sein, daß er sich eher von seinem Leben, als von diesem Blatt mit den kostbaren Krakelfüßen seiner Gemeinde trennen würde.
Dies sah der Zwerg ein und versuchte vorsichtig, sich dem Gedankengang Sawelijs anzupassen. Er fing an davon zu reden, wie bedeutungsvoll und erfreulich dieses Eintreten der Gemeinde für ihren Pfarrer sei, und wies weiter darauf hin, daß der Wille der Gemeinde für jeden Einzelnen bindend und heilig sein müsse.
»Sie weinen und wehklagen jetzt, Vater Propst, daß sie Euch nicht mehr sehen sollen.«
»Das ist nicht zu ändern,« sagte der Propst seufzend. »Meine Tage sind ohnedies schon gezählt.«
»Aber ich, Vater Propst? Wie steh' ich da? Was hat die Gemeinde mir anvertraut und womit kehr' ich zu ihr zurück?«
Tuberozow stand auf, durchschritt ein paarmal sein enges Zimmerchen, blieb in der Ecke vor dem Heiligenbilde stehen, zog das Blatt wieder hervor, küßte es noch einmal und reichte es dann dem Zwerg mit den Worten: